UCS Server startet nach Update auf Version 5 nicht mehr

Moin,

bei dem Abgleich würde ich auch gucken, ob das gleiche microcode-Debian-Paket eingespielt ist. Bei Bau der initrd wird das automatisch davorgeklebt. D.h. wenn du die initrds neu baust, wird das in der initrd mit aktualisiert. Ich würde außerdem eine Kopie der initrd-Dateien machen, bevor ich diese neu erstelle.

Viele Grüße,

Sönke

Hallo Ben und Sönke,
Danke für den Tipp. Das kann ich noch ausprobieren. Allerdings reichen fürchte ich meine UNIX-Kenntnisse nicht aus.
Wie kann ich

  • schauen, welche Module für die Karte geladen sind
  • chroot verstehe ich - wie kann ich /boot mit einhängen?
  • benötigte Module tauschen
  • wie kann ich die initrd bzw. initrds neu bauen
    Kurze Tipps würden mir schon reichen. Ich denke die Einzelheiten kann ich mir im Internet zusammensuchen.

Vielen lieben Dank,
Michael

Moin

  1. du schaust in /boot auf beiden Systemen nach den Inhalten, zu sehen sind ua vmlinuz-* initrd.* und siehst anhand der folgenden Zahlen, welche Versionen installiert sind. Bei mir zB vmlinuz-4.9.0-8-amd64
  2. wenn du zB dein / vom Raid unter /mnt/rescue hast, dann dein chroot auf /mnt/rescue gemacht hast, sollte boot leer sein. Dann mußt du natürlich wissen unter welchem Device deine Bootpartition auf dem Raid liegt. ein vi /etc/fstab in der chroot Umgebung sollte dir die Lösung zeigen. Dann kannst du sie einfach einhängen.
  3. auf dem Stick System und dem Raid System jeweils unter /lib/modules/KernelNummer/ Module vergleichen
  4. https://wiki.ubuntuusers.de/Kernel/Kompilierung/
    in /etc/initramfs-tools findest du die Einstellungen für die initrd. In modules siehst du, welche module erstellt werden. Dort kann man auch fehlende eintragen und mit einem Update der initrd diese beim Booten lagen
    Ich hoffe das hilft dir etws weiter

Gruß Ben

Hallo Ben und Sönke,
Das ganze mit Modulen und Kernel war mir dann doch zu kompliziert. Ich habe mich entschlossen, den Server neu aufzusetzen. Zuvor habe ich noch eines probiert: ich habe die Datei initrd.img-4.19.0-16-amd64 vom USB-Stick auf /boot des Systems (RAID-Platte) kopiert und siehe da - der Server bootete wieder einwandfrei. Die Freude war sehr, sehr groß.

Ich habe danach dann das Update noch einmal auf UCS5 ausgeführt und nach einigen Scripts und der Deinstallation des univention-dhcp Servers lief das Update erfolgreich durch. Ich habe nun auch bereits die aktuellen Paket-Aktualisierungen installiert. Das Systeme scheint einwandfrei zu laufen - ich konnte noch nichts finden, was nicht funktioniert hätte.

Eines traue ich mich allerdings nicht: den Server rebooten. Kann ich da Vorkehrungen bzw. Checks machen, die mich vor einem nicht wieder startenden System schützen?

Vielen, vielen Dank für Eure tatkräftige Unterstützung.

lg Michael

Hallo Michael

Erst einmal ist es gut, dass der Server läuft und ich wüßte nicht, wie man es vorher prüfen könnte
aber merke dir, die wahre stärke des Administrators siehst du erst, wenn er ohne Furcht den reboot auslöst :slight_smile:
Ich habe nach so einem Vorfall meinen Server Virtualisiert, um so vor den Updates immer ein aktuellen Snapshot zu haben und ggf zurück zu gehen. Ich weiß nicht wie groß deine Installation ist aber ich hatte es an einem Wochenende hinter mir. Durchgeführt auf einem HP Micro ProLiant Gen8 mit Proxmox
Vorbereitung war ein aktuelles Backup, eine Festplatte, auf die ich mein System mit dd kopiert hatte, dann der große Schritt die alte Installation zu löschen, Proxmox VE drauf, eine VM mit den Werten für Ram CPU usw erstellt, um danach die RAW gespeicherte Installation zu importieren und in das qcow2 zu wandeln. Virtuelle Platte nach Handbuch in der vorbereiteten VM getauscht, gestartet, gefreut.

Nur so als Idee, falls es umzusetzen ist.

Gruß aus Berlin
Ben

Hallo Ben
Und ich bin erst froh darüber.
Die wahre Stärke des Administrators habe ich schon vor rund zwei Wochen auf die Probe gestellt, als ich wahrlich furchtlos den Neustart nach dem Update eingeleitet habe. Jetzt ist es genug.
Und du kannst mir glauben ich habe in meiner IT-Administrator-Berufslaufbahn, die beruflich schon ein paar Jahre her ist, schon viel erlebt. Ich hatte etliche Kundensysteme in der Verantwortung, wo ich von mehreren defekten Platten im RAID5 (Backup musste her), über 40MB Platten die hin und wieder einen leichten Schubser brauchten bis hin zu Windows Servern mit einem Software-RAID sicher sehr viel erlebt habe, wo es mir manchmal ein wenig kalt über den Rücken hinunter lief.

Aber nun zu deinem Vorschlag: so eine Konstellation hatte ich schon einmal vor Jahren laufen, und zwar auf einem VMWare ESXi Server. Mit dem gleichen Gedankengang wie deinem: vor einem Update einfach einen Snapshot ziehen und entspannt herumwerkeln. Damals hatte ich aber irgendein Problem, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wo das UCS ein Problem mit dem VMWare Hypervisor hatte. Daraufhin habe ich UCS wieder direkt auf der Platte installiert.

Ich habe aber darüber nachgedacht, ob ich nicht die Datenpartiton aus der /dev/vg_ucs/root in ein eigenes logicval Volume lege. Dann habe ich bei einem Problem und einer Neuinstallation zwar die Arbeit der Neukonfiguration, aber meine Daten bleiben erhalten, auch wenn ich die /boot und / Partition neu erstellen müsste. Dabei habe ich nur ein Problem: wie kann ich die Daten der Nextcloud auch in diese Partition legen? Ich habe noch keinen Weg gefunden den Ablageort der Dateien der Nextcloud woanders abzuspeichern.

Grüße aus Wien
Michael

Moin Michael
da du bestimmt die Nextcloud von UCS nimmst, läuft sie ja im Docker. Ich habe auf meinem Fileserver eine Freigabe für die Cloud erstellt und diese per external storage eingebunden. Somit ist diese Freigabe unter Kontrolle der Cloud und ich habe die Daten im normalen backup mit drin und kann lokal auch über das Filessystem etwas einspielen. Vielleicht ist das eine Idee für dich.

https://docs.nextcloud.com/server/17/admin_manual/configuration_files/external_storage/smb.html

Das was du mit den Systemen erlebt hast, kann ich bestätigen. Ich mache das auch über 20 Jahre und habe viele Daten gerettet, da Kunden beratungsresistent waren und am Backup sparten. Man wächst mit der Aufgabe :slight_smile:

Das mit dem Trennen der Datenbereiche finde ich eine gute Idee. Viel Glück dabei und wenn du wieder einmal Hilfe benötigst, weißt du ja wo du sie bekommest :slight_smile:

Grüße aus Berlin

Ben

Nextcloud Dateien kannst du über einen mount point unter /var/lib/univention-appcenter/apps/nextcloud/data auf eine andere Platte legen.

z.B.
/dev/vdb1 on /var/lib/univention-appcenter/apps/nextcloud/data type ext4 (rw,relatime,data=ordered)

in fstab:
UUID=bfcdd03d-5404-46b0-b1b5-560fb14f5bb8 /var/lib/univention-appcenter/apps/nextcloud/data ext4 defaults,user_xattr 0 2

vorher nextcloud stoppen das data verziechnis in einen temp ordner schieben und danach wieder zurück

lg

Christian

p.s. ich würde auch PROXMOX zur Virtualisierung empfehlen - vor allem mit dem neuen PBS (Proxmox Backup Server) der die VM’s inkrementell (also nur geänderte Blöcke) und mit Dedup sichert

Hallo Ben und Christian,

Ja, ich verwende die Nextcloud von UCS. Die Variante von Christian gefällt mir gut.
Weißt du ob das auch mit einem Symbollink geht?

Die Daten auslagern werde ich wohl machen. Und die Virtaulisierung mit PROXMOX werde ich einmal ausprobieren - klingt sehr gut.

Vielen Dank nochmals,
Michael