Sicherung des Master-DC

german
backup

#1

Moin Moin,

als Neuling ist mir noch nicht klar, wie ich am besten dem Ausfall des UCS DC-Master vorbeuge.
In meiner Testumgebung funktioniert die Fallbacklösung Fail-safe domain setup schon ganz gut, aber was dann?

Kann ich denn, wenn der DC Master virtualisiert läuft, mit Snapshots arbeiten? Es ist zwar vielerorts zu lesen, dass das wegen der Gefahr eines USN-Rollback nicht ginge,aber wenn doch - wie zu lesen war - der UCS-DC-Backup am LDAP-Verzeichnis nichts verändert, sollte doch die USN keine Probleme machen. Zumindest, wenn der Snapshot nicht schon vor der letzten Änderung im LDAP-Verzeichniss gemacht wurde. Da nachts niemand an meinem System arbeitet ändert, könnte das doch gehen, nein?

Oder grob gefragt: Snapshots, Clones, einzelne Verzeichnisse sichern und zurückspielen, oder den Backup-DC hochstufen – was ist die empfohlene (und einfachste) Vorgehensweise?

Auf dem Master sollen keine weiteren Apps laufen, die zu berücksichtigen wären.
Weiter wird es in der Domäne einen Memberserver geben, ein oder zwei DC-Backups und ca. 30 Win-Clients.

Vielen Dank im Voraus

Huggeduster


#2

Moin,

all of the above. Oder anders ausgedrückt: eine Kombination verschiedener Methoden, um gegen verschiedene Problemfälle abzusichern:

  1. Einsatz eines DC Backups, idealerweise auf einer anderen Hardware, in einem anderen Brandabschnitt oder sogar einem anderen Gebäude — sichert gegen einen katastrophalen bzw. dauerhaften Ausfall des DC Masters. Kann in dem Fall zu einem DC Master hochgestuft werden (anschließend einen neuen DC Backup aufsetzen).
  2. Hochverfügbarkeit einzelner Dienste konfigurieren — sichert gegen kurz- und mittelfristige Ausfälle dieser Dienste ab (das ist das, was Sie ja auch schon selber aufgesetzt und verlinkt haben)
  3. Vor Betriebssystemupdates Snapshots erstellen — damit kann man im Fall eines echten Problems mit den Updates auch wieder zum Stand davor zurückkehren[1]
  4. Verwendung von redundantem Storage (RAID) — sichert gegen Ausfall einzelner Festplatten
  5. Klassische Backups: Dumps aller Datenbanken inklusive des LDAP-Verzeichnisses, Sichern aller Dateien, mit welchem Programm auch immer — sichert gegen versehentliches Löschen/Überschreiben/Verändern, erlaubt Wiederherstellung auf anderen Maschinen etc.

Punkte 4 und 5 halte ich in allen Szenarien für absolutes Mindest-Muss. Alles weitere ist dann je nach Szenario und Aufwand sinnvoll.

[1] Verwendung von Snapshots:

Snapshots kann man in UCS sehr wohl verwenden, wenn man sich an ein paar Regeln hält. Snapshots können beim Wiederherstellen problematisch sein, weil es mit Samba eine Komponente gibt, die eben bidirektional zwischen allen beteiligten Servern synchronisiert, und nicht nur unidirektional vom DC Master zu den anderen Servern. Über die Synchronisation zwischen Samba4-LDAP und OpenLDAP landen die Änderungen dann halt auch im OpenLDAP.

Was daher gefährlich ist, ist das Wiederherstellen von Snapshots von unterschiedlichen Zeitpunkten, oder aber auch das Wiederherstellen nur einzelner Maschinen aus Snapshots.

Beide Probleme kann man aber gut umgehen:

  1. Vor den Updates einfach alle UCS-Maschinen sauber herunterfahren und die Snapshots im ausgeschalteten Zustand erstellen. Dadurch wird Konsistenz der Snapshotzeitpunkte sichergestellt.
  2. Muss man Snapshots wiederherstellen, so alle UCS-Maschinen wiederherstellen und nicht nur ein paar wenige.
  3. Zur Not kann man auch den DC Master aus einem Snapshot wiederherstellen und anschließend alle anderen UCS-Server schlicht mit univention-join neu joinen. Dabei gehen keine Verkehrsdaten (Datenbanken, Dateien, Rechte…) flöten, und es werden die beteiligten Dienste wieder auf einen konsistenten Zustand gebracht.

Gruß
mosu


#3

Moin Mr. Mosu,

danke für die erhellenden Ausführungen zur Sicherung!

Gruß

Huggeduster