Replikation von Freigaben?

german

#1

Hallo Leute,

wir sind auf zwei Standorte verteil, nutzen aber gemeinsame Dateien über Freigaben.

Leider haben wir nur eine 10Mbit/s Leitung zwischen den Standorten, so dass Benutzer, die am anderen Standort arbeiten nur extrem langsamen Zugriff auf die Dateien haben.

Jetzt würde ich das gerne beschleunigen. Mit Standard-Mitteln geht das ja nicht, das ist mir schon klar.

Folgende Optionen existieren:

  1. Replikation via z.B. “netzwerk-RAID1” (also DRBD) zusammen mit einem Clustered File-Sytem (wie GFS)
  2. Freigabe via NFS- und dann auf einem Slave Server den FSCached installieren
  3. Alles lassen, wie es ist, Zugriff dann halt über die langsame Leitung…

Nachteil zu 1: Kompliziert. DRBD ist zwar relativ einfach, aber GFS o.ä. darüber erscheint mir overkill bzgl. der Administrierbarkeit
Nachteil zu 2: FSCached scheint mir nicht unbedingt für den Produktiveinsatz geeignet zu sein (Stabilität)

Es würde mir schon helfen, wenn wir wenigstens den Lesezugriff beschleunigen könnten…der Schreibzugriff wird wohl so oder so langsam sein, weil er ja erst die Dateien sperren muß…

Jemand eine Idee?

/KNEBB


#2

Moin,

zu allererst stellt sich für mich die Frage, ob die MitarbeiterInnen im anderen Standort (damit meine ich denjenigen, der über die 10Mbit/s-Leitung auf die Server zugreifen muss) auf denselben Daten arbeiten. Falls es hier irgendwie sinnvoll möglich ist, diese halbwegs zu separieren, würde ich doch glatt einen eigenen Dateiserver für den zweiten Standort empfehlen, sodass die MitarbeiterInnen dort lokal arbeiten. Themen wie Datensicherung etc. könnte man ja halbwegs problemlos lösen, selbst über verhältnismäßig langsame Leitungen (z.B. nächtliche rsync-Spiegelung in Hauptstandort, Backup dann dort von der Spiegelung).

Zu Ihren bisherigen Ideen:

  1. DRBD. Ja, das kann im Dual-Master-Modus arbeiten (also in einem Modus, in dem es auf mehr als einem Knoten gerade gemountet ist), erfordert aber zwingend ein Dateisystem, dass das auch unterstützt, wie Sie ja auch schon schreiben. Der langsame Link ist hier allerdings höchstwahrscheinlich der Killer, denn sämtliche Änderungen am Dateisystem müssen darüber synchronisiert werden. Denken Sie nur daran, wenn jemand in einem der Standorte ein 4 GB-ISO-Image von z.B. Microsoft Office draufkopiert. Selbst, wenn’s gleich wieder gelöscht wird, müssten sämtliche veränderten Blöcke kopiert werden. Alleine das dauert unter idealen Bedingungen schon 1,5 Stunden…

  2. FS-Cache klingt interessant. Damit habe ich allerdings noch keinerlei Erfahrungen gesammelt.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, die MitarbeiterInnen via Terminal Services im anderen Standort arbeiten zu lassen? Das ist etwas, was auch über schmalbrüstige Leitungen gute Ergebnisse erzielt, weil RDP und ICA wirklich effiziente Protokolle sind. Eignet sich natürlich nicht für jedes Einsatzgebiet (z.B. Video-/Bildbearbeitung, sprich alles, wo große Datenmengen visualisiert werden müssen), aber für das Gros der Büroanwendungen absolut.

Ansonsten die von mir oben angesprochene physikalische Trennung gewisser Datenbestände.


#3

Hallo,

danke für ein paar Bemerkungen. Es ging ja wirklich nur darum, ob es noch weitere Möglichkeiten gibt…

Ja, sie arbeiten an den gleichen Dateien- eine Trennung ist nicht möglich.

Verteiltes Dateisystem mit DRBD bringt genau die angesprochenen Probleme- wobei die Nutzer eher selten 4GB iso Dateien speichern werden…vor allem aber denke ich, dass ein solches System hier Overkill ist und die ganze Sache mehr kompliziert als vereinfacht…

FSCacheD scheint echt prima zu sein. Er speichert bei NFSv4 Freigaben lokal Kopien der Dateien, so dass die Nutzer alles von dort bekommen. Schreiben ist dann halt etwas langsamer, geht aber problemlos. Dummerweise stürzte das System, auf dem ich das testweise laufen hatte, regelmäßig mit einer Kernel panic ab. Bin mir aber nicht sicher, ob das am Cacefsd liegt oder nicht…

RDP Dienste werden schon genutzt, sind aber natürlich auch nicht ideal.

Ok, danke nochmal für die Rückmeldung. Mehr Varianten gibt es wohl nicht. Dann müssen sie halt damit leben…

Christian