NFTS-Festplatten

hardware
german

#1

Hallo zusammen,

ich habe gerade den Univention Corporate Server auf einer virtuellen Maschine (VirtualBox) installiert und bin nun dabei mich in das System und auch in Linux) einzuarbeiten. Mit beidem habe ich bisher keinerlei Erfahrungen. Der UCS soll in einem kleinen Familien-Netzwerk als zentraler Server eingesetzt werden und eine XP-Maschine ablösen, die bisher als normale Workstation über eine Arbeitsgruppe eingebunden war und quasi als Fileserver fungiert hat.

Bisher habe ich einiges ausprobiert und mich auch in die Dokumentation ein wenig eingearbeitet. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten überfordern mich momentan etwas und in der Dokumentation wird zwar vieles erklärt aber es fehlen Beispiele und und teilweise wird doch erhebliches Wissen vorausgesetzt (das ich leider noch nicht habe) um zu verstehen, wofür der einzelne Eintrag gebraucht wird und was er bewirkt. Daher will ich versuchen, die Fragen und Probleme, die sich mir stellen, nach und nach über dieses Forum zu lösen.

Meine erste Frage betrifft die Migration der Festplatten, die im bisherigen XP-Rechner enthalten waren. Dabei handelt es sich um NFTS-Platten. Ich habe gelesen, dass NFTS-Platten auch auf Unix-Systemen verwendet werden können, weiß aber nicht, wie ich diese dann in das System einbinden müsste und wie die Verwaltung in UCS aussieht. Dazu habe ich leider auch im Handbuch nichts gefunden. Meine Frage ist also: Kann ich die NFTS-Platten unverändert unter UCS nutzen und wie kann ich das erreichen.

Die zweite Frage betrifft die Rechte-Einstellungen. Ich habe auf der virtuellen Maschine direkt unter Debian ein paar Verzeichnisse angelegt und über Freigaben für bestimmte Benutzer freigegeben (wobei ich (noch) keine Gruppen verwendet habe). Dabei wird per default in den Grundeinstellungen als “Besitzer des Wurzelverzeichnis der Freigabe” der Nutzer “root” eingetragen. Unter “Erweiterte Einstellungen” habe ich dann bei einem Verzeichnis den Benutzer “Mike” als “gültigen Benutzer” eingetragen. Dementsprechend habe ich auf meinem XP-Client (ebenfalls eine virtuelle Maschine) lesenden Zugriff auf dieses Verzeichnis. Soweit ok.

Dann habe ich den Benutzer “Mike” auch als unter “Schreibberechtigung auf diese Benutzer/Gruppen beschränken” eingetragen, was allerdings nicht dazu geführt hat, dass ich unter diesem Benutzer auch tatsächlich Schreibrechte auf das Verzeichnis erhalten hätte. Die bekam ich erst, als ich unter “Grundeinstellungen” den “Besitzer des Wurzelverzeichnis der Freigabe” auf “Mike” geändert" habe. Nun frage ich mich aber, wie ich einem zweiten Benutzer “Sam” dieselben Schreibrechte einräumen kann?


#2

Hallo,

Sie können Ihre mit NTFS formatierte Festplatte auch mit einem UCS-System weiterhin nutzen, müssen aber wie im Beitrag USB BackupPlatte bereits beschrieben das Paket ntfs-3g auf dem UCS-System installieren auf welchem diese gemountet werden soll, da sonst kein Schreibzugriff möglich ist.

# univention-install ntfs-3g

Nachdem die Festplatte in Ihrem Rechner installiert ist, können Sie diese mit Hilfe von fdisk -l indentifizieren. Hier in diesem Fall /dev/sdb1.

# fdisk -l
.....................
Disk /dev/sdb: 10.7 GB, 10737418240 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 1305 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x64157a56

   Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sdb1               1        1306    10482688    7  HPFS/NTFS
.....................

Danach finden Sie mit blkid die UUID des Speichermediums heraus.

# blkid
.....................
/dev/sdb1: LABEL="test-device" UUID="0C1C09151C08FB88" TYPE="ntfs" 
.....................

Nun einen Ordner für den späteren Mount erstellen.

# mkdir /mnt/ntfs-mount

Damit das Laufwerk auch bei jedem Neustart des Systems automatisch gemountet wird, editieren Sie /etc/fstab und fügen dieses hinzu in dem Sie folgende Zeile anfügen.

UUID=0C1C09151C08FB88   /mnt/ntfs-mount   ntfs    defaults        0       2

Wenn Sie das Festplattenlaufwerk sofort mounten wollen führen Sie jetzt folgendes aus.

mount /dev/sdb1

Soweit sollte alles vorbereitet sein um die Netzwerkfreigabe bereitzustellen.

Die von Ihnen auf Ihrer Umgebung durchgeführten Tests sind leider nur bedingt auf die Freigabe des NTFS Dateisystems übertragbar. Jedoch wäre beiden Varianten meine Empfehlung eine Gruppe zu definieren und dieser Gruppe z.B. Mike und Sam hinzuzufügen.

Bei dem von Ihnen durchgeführten Szenario mit den lokal auf Ihrem System erstellten und freigegebenen Ordnern, müssten Sie auf der ersten Seite des Moduls Freigaben Allgemein - Grundeinstellungen die erstellte Gruppe im Feld Besitzergruppe für das Wurzelverzeichnis der Freigabe eintragen und bei Dateiberechtigungen für das Wurzelverzeichnis der Freigabe für Gruppe das Häkchen bei Schreiben setzen. Nun sollte in Ihrem Fall auch Sam das Recht haben in dem Verzeichnis schreiben zu dürfen.

Für die Freigabe des NTFS formatierten Mediums, muß auf der Seite Erweiterte Einstellungen der Punkt Samba-Rechte verwendet werden. Dort trägt man im Feld Gültige Benutzer oder Gruppen die erstellte Gruppe ein, muß dabei aber beachten ein + davor zusetzen.

Ich hoffe damit etwas weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
Ulf Friedel