Installation auf HP Pro Liant Microserver Gen 8

german

#1

Guten Morgen,

ich habe mir vor einiger Zeit den HP Pro Liant Microserver Gen 8 zugelegt und nutze diesen nicht so, wie er eigentlich gedacht ist. Ich habe UCS auf einer HDD installiert, eine weitere HDD für die virtuellen Maschinen und eine letzte HDD für mein Netzwerkspeicher.

Nun ist meine Idee, das Gerät endlich vernünftig zu betreiben und zwar mit dem Betriebssystem auf USB-Stick/microSD-Karte. Dann will ich die 4 Schächte mit je 2x1 TB und 2x2 TB bestücken, jeweils in einem RAID-1-Verbund. Der erste Verbund soll für die virtuellen Maschinen genutzt werden, der zweite für die Netzwerkfreigabe.

Nun habe ich im Internet mehrere Meinungen über die Erkennung des RAID-Controllers bei Linuxoiden Systemen gelesen und möchte meine bisherige Konstruktion nur dann ersetzen/neu erstellen, wenn es auch am Ende klappt. Momentan hab ich kein iLo, sonst könnte ich genau sagen, welchen RAID-Controller ich verbaut habe, aber das ist der Werkseigene HP Smart Array …

Meine Frage wäre jetzt wie verhält es sich bei UCS? Kann ich das überhaupt auf eine microSD/USB-Stick installieren. Versteht es überhaupt den RAID-Controller? Klappt meine Idee?

Wäre super, wenn ihr eure Meinung/Wissen mit mir teilt!

Besten Dank schon einmal und schönes Wochenende.

Gruß Axel Wickenkamp


#2

Hallo,

prinzipiell kann man UCS schon auf eine MicroSD-Karte installieren, aber IMHO macht das keinen Sinn. Denn der UCS ist kein Hypervisor, den man mal eben schnell neuinstallieren kann, sondern ein vollwertiger Domain-Controller. Virtualisierung ist bei UCS nur eine von vielen Funktionen. Daher sollte man ihn auch entsprechend ausfallsicher auf einem RAID betreiben (wenn man eh schon ein RAID einsetzt!).

Der RAID-Controller vom MicroServer ist AFAIK nur Fake-RAID, vereint also die Nachteile von Hardware-RAID und reinem Software-RAID. An deiner Stelle würde ich reines Software-RAID in Form von mdadm oder eventuell auch BTRFS nehmen. Letzteres unterstützt aber keine Docker-Apps. Für diese müßtest du dann sofern nötig eine eigene UCS-VM mit z.B. ext4 nehmen.

Viele Grüße,
SirTux


#3

Danke SirTux, dass hilft mir schon einmal weiter.

Die bessere Lösung ist also, dass ich eher den angepasste ESX installiere und dann UCS auf dem SATA600 betreibe. Ergibt es dann noch Sinn UVVM zu installieren, wenn ich gleich über den ESX die virtuellen Maschinen betreiben könnte? (Sorry für die dumme Frage, ich kenne mich mit den ESX noch nicht so aus) Kann ich dann der virtuellen Maschine vom UCS sagen, du bekommst x GB vom ersten RAID-Verbund?

Gruß
Axel


#4

UVMM innerhalb von ESX macht keinen Sinn. Bei ESX hat man aber häufig eine Storage-VM, die die Festplatten verwaltet und den Speicher für die Images der anderen VMs zur Verfügung stellt. Die Festplatten werden dafür an die Storage-VM durchgereicht. Diese Aufgabe könnte der UCS übernehmen.


#5

Guten Morgen SirTux (und andere natürlich auch, die das lesen)

entweder ist es noch zu früh fürs Denken oder ich hab einen Hänger. Verstehe ich das richtig:

Auf eine SD-Karte kommt der ESX, der jedoch nicht selber die Speicherverwaltung und die Bereitstellung vornimmt, sondern ich kreiere eine eigene VM, die das macht. D.h. ein Gast verwaltet den Speicher der anderen Gäste???

Kann man eigentlich eine VM von KVM zu ESX konvertieren? Ich hab insgesamt 4x Debian, 1x W2K12 und 1x W7

Schönen Sonntag noch
Axel


#6

Der Microserver Gen8 hat keinen Hardware RAID Controller.
Für ESX gibt es ein von HP angepassetes Image, das den FAKE RAID unterstützt, aber das ist schnarchend langsam. Deshalb gibt es die Bastellösung, ESX auf SD Karte zu installieren und auf die SD Karte eine Storage VM zu legen, die den SATA Kontroller des Microserver durchgereicht bekommt. Diese VM stellt dann dem ESX per iSCSI oder NFS die Platten als Storage für die eigentlichen Maschinen zur Verfügung. Aufgrund der begrenzten Hardware (max 16GB RAM) ist das allerdings IMHO nicht sinnvoll.
Auch wenn es HP offiziell nicht unterstützt, der P410 RAID Kontroller läuft im Microserver und ist inkl Backup Batterie aktuell sehr günstig bei Ebay zu haben.
Mein Microserver läuft unter ESX von einer SSD die im DVD Slot am 5 SATA angeschlossen ist und einem P410 für den Datastore auf dem der USC und ein paar kleine Hilfsserver liegen.


#7

@axeos Also erstmal sollte klar sein, was du machen willst. Wenn du nur ein paar VMs laufen lassen willst, sollte UVMM ausreichen. Dann brauchst du kein ESX. Das habe ich nur angesprochen, weil du mit der MicroSD-Karte angekommen bist. Möchtest du aber Hardware durchreichen (VT-D), “komplexere” Netzwerkstrukturen nutzen (z.B. Firewall als VM), dann würde ich schon ESX nutzen. Die Technologie hinter UVMM unterstützt dies zwar alles auch, aber UVMM bildet nur die wesentlichen Funktionen ab.

@garfield2008 Klar, ein echtes Hardware-RAID kann man schon nutzen. Dann muß man sich aber auch mit den Nachteilen auseinander setzen. Z.B. kann der Controller ausfallen, dementsprechend sollte man einen Ersatz-Controller vorhalten, da das Format proprietär ist. Ein mdadm-RAID läßt sich mit jedem Linux und einem normalen Controller lesen. Nutzt man statt mdadm ein moderne Dateisystem wie ZFS oder BTRFS kommen zusätzliche Vorteile hinzu, die ein herkömmliches RAID nicht bietet.