Einstieg in Schulserver


#1

Hallo,
ich bin ein Mitglied eine AG bestehend aus Schülern und Eltern eines Berliner Gymnasiums, die es sich zum Ziel gesetzt haben, einen Schulserver aufzubauen.
Mit viel Neid und Respekt sehe ich, wie weit der ‘Westen’ dem ‘Osten’ bzgl. digitalem Aufbruch voraus ist.

So habe ich Fragen an die Ansprechpartner hier von UCS, aber auch Fragen an die Admins/LehrerInnen von Schulen, wo es Schulserver gibt.
In Berlin gibt es nichts - außer einem brach liegendem e-Education-Masterplan von 2005.
Ich lese hier von zentraler Verwaltung/Administration von Servern von Schulträgern selbst für mehrere Schulen. Nicht vorstellbar in Berlin.

1.) Kennt jemand Schulen in Berlin oder Brandenburg, die Schulserver betreiben? Hier von UCS oder auch IServ, etc.? Es wäre nett, sich einmal direkt austauschen zu können, auch bzgl. Finanzierung.
2.) Hat UCS Kooperationspartner in Berlin?
3.) Ich nehme an, dass eine einheitliche Email für alle Schüler inkl. der zentralen Verwaltung Standard ist, ebenso Xmpp Server statt WhatsApp, Foren, private Clouds zur Dateiablage, Kalender, gemeinsame Arbeitsumgebungen.
4.) Ist es richtig, dass alles Open Source ist?
5.) Gibt es ein VM mit einer Testversion des Schulservers?
6.) Wie ist die genaue Vorgehensweise beim Aufbau eines eigenen Servers?
Worauf sollte man achten?
Wie hoch ist der Bedarf an qualifizierter Manpower vor Ort?
Muss der Server in der Schule stehen? Wahrscheinlich besser wegen des anfallenden Traffics?
Oder kann man die Dienste auch irgendwo hosten?
7.) Warum haben sich die Forenteilnehmer für UCS entschieden und nicht z.B. für IServ?
Ich habe nur wenig von IServ gesehen, habe aber den Eindruck, dass User Experience recht antiquiert ist.
Wie sieht es mit UCS aus?
8.) Bei IServ rechnet man mit 4-5 Euro/Schüler/Jahr. Wie sieht es bei UCS@school aus?
Grüße aus Berlin


#2

Bei uns in Paderborn:

  • 20000 Schüler
  • 2000 Lehrer
  • fast 2000 Thin-Clients
  • ca 40 Windows-Terminalserver
  • 35 Schulen
  • ??? Drucker
  • jeder Klassenraum mit Nahdistanzbeamer, Apple-TV (über LAN) u. WLAN-AP
  • jeder Lehrer mit iPad
  • Schüleraccounts durchgehend von Klasse 1 - 13

Das System ist über 15 Jahre gewachsen und wird ständig von Lehrern, Technikern und Verwaltung weiterentwickelt. An der Front sind ca 5 Personen mit der Betreuung und Pflege beschäftigt.

Ich möchte hiermit darlegen, dass Insellösungen für eine Schule nicht so vorteilhaft sind wie Flächenlösungen über eine Stadt und einen Schulträger hinweg. Sicherlich ist das auch mit UCS möglich, oder?

Bei uns zieht kein Lehrer mehr Kabel durch die Schule und restauriert Festplatten.


#3

Hallo Heiko,
wie Du hier schreibst, ist das System über 15 Jahre gewachsen.
In Berlin ist man danach 16 Jahre zurück, da man ja noch nicht mal angefangen hat zu planen.
An unserer Schule wäre man bereits froh, wenn es ne Chat Alternative zu WhatsApp gäbe, woran alle Lehrer, Schüler und Eltern heimlich kleben, obwohl allen klar ist, dass es datenschutzrechtlich nicht ok ist.
Wenn eine Schüler krank ist, muss ein anderer Schüler seine Unterlagen kopieren und dem ‘Lernpartner’ nach Hause bringen.
D.h. wir müssen bei uns mit einer Insellösung ganz klein anfangen und uns modular iterativ ausdehnen.
Und schließlich hoffen, dass aus der Insellösung eine Flächenlösung wird.
Wir brauchen vor Ort professionelle Beratung und da andere Gemeinden, Städte und einzelne Schulen bereits seit Jahren Erfahrung gesammelt haben, müsste es doch ein Art Masterkonzept geben, auf dem man aufbauen könnte.
Ich wäre neugierig, wie die Konzepte von UCS hier aussehen.
Ein Prototyp wäre IMO schon ein Anfang.
vg Dirk


#4

Moin in die Runde,

wir von Safeserver (Partner von Univention in Berlin) betreuen alle Schulen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg und noch ein paar wenige in anderen Bezirken in Berlin. Den UCS@school haben wir schon mehrfach installiert. Besonders spannend dabei ist, dass beim Senat der alte eGorverment-Server kostenlos abgerufen werden kann, der dann als Hardware für den UCS@school dienen kann.

Gerne kann ich mal einen Kontakt zu einem ITB einer Schule herstellen, damit Sie sich im direkten Dialog über den UCS@school austauschen können.

Kontaktieren Sie mich doch einfach unter 030 - 280 40 150.

Herzliche Grüße

Manfred Wöller


#5

Hallo,
hinsichtlich der Schaffung lernförderlicher IT-Infrastrukturen wurden hier wichtige Fragen aufgeworfen, die ich im Folgenden nur zum Teil beantworten kann:

1.) Kennt jemand Schulen in Berlin oder Brandenburg, die Schulserver betreiben? Hier von UCS oder auch IServ, etc.? Es wäre nett, sich einmal direkt austauschen zu können, auch bzgl. Finanzierung.

In Berlin setzen verschiedene Einzelschulen UCS@School erfolgreich ein, was ich auch dem Beitrag von Herrn Woeller (Safeserver – Univention Partner) entnehme.

2.) Hat UCS Kooperationspartner in Berlin?

Ja. Eine Auswahl unserer Partner finden Sie unter https://www.univention.de/partner/partner-finden/ . Gerne unterstützen wir Sie dabei, den für Sie geeigneten Partner zu finden. Nehmen Sie dazu am einfachsten mit meinen Kollegen unter sales@univention.de Kontakt auf.

4.) Ist es richtig, dass alles Open Source ist?

Univention Eigenentwicklungen sind tatsächlich 100% Open Source. Darüber hinaus basiert UCS auf Produkten mit unterschiedlicher Lizenzierung, die zumeist von Debian übernommen werden.

5.) Gibt es ein VM mit einer Testversion des Schulservers?

Nicht direkt. Sie können aber UCS umgehend testen unter https://www.univention.de/download/ucs-online-demo/.
UCS@School lässt sich testen, in dem Sie eine eigene UCS Installation durchführen oder unser VM Image nutzen und die Erweiterung UCS@School nachinstallieren. Entsprechende Downloads finden Sie unter: https://www.univention.de/download/ucs-download/.

6.) Wie ist die genaue Vorgehensweise beim Aufbau eines eigenen Servers?
Worauf sollte man achten?

Diesbezüglich würde ich Ihnen die Dokumentation und insbesondere die Quickstart Guides unter: http://docs.software-univention.de/de.html, sowie Szenarien: https://docs.software-univention.de/ucsschool-szenarien-4.2-de.pdf empfehlen.

Wie hoch ist der Bedarf an qualifizierter Manpower vor Ort?
Muss der Server in der Schule stehen? Wahrscheinlich besser wegen des anfallenden Traffics?
Oder kann man die Dienste auch irgendwo hosten?

Der Betriebsaufwand sowie Produkt-Support ist stark vom individuellen Szenario abhängig. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit die gesamte Infrastruktur selbst zu betreiben oder auch auszulagern, bzw. Mischszenarien zu betreiben.

7.) Warum haben sich die Forenteilnehmer für UCS entschieden und nicht z.B. für IServ?
Ich habe nur wenig von IServ gesehen, habe aber den Eindruck, dass User Experience recht antiquiert ist.
Wie sieht es mit UCS aus?

Was UCS und UCS@School angeht stehen Benutzerfreundlichkeit und Administration sowie Delegierung von administrativen Tätigkeiten im Fokus. Beide Produkte bieten die Möglichkeit in der Univention-Management-Console einen großen Teil administrativer Tätigkeiten in einem einheitlichen intuitiven Web-Frontend zu erledigen. Grundsätzlich lassen sich mit Univention Produkten zeitgemäße, lernförderliche IT-Infrastrukturen betreiben, die gegebenen Richtlinien, z.B. hinsichtlich des Datenschutzes genügen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine SingleServer oder Multiserver Umgebung einzurichten. Bestandteile der SingleServer Umgebung lassen sich später vergleichsweise einfach in eine Multiserver Umgebung einbetten.

8.) Bei IServ rechnet man mit 4-5 Euro/Schüler/Jahr. Wie sieht es bei UCS@school aus?

Kosten entnehmen Sie am besten der folgenden Seite: https://www.univention.de/produkte/preise
Dem grundsätzlichen Thema Kosten lernförderlicher Infrastrukturen hat sich u.a. das ifib angenommen z.B. in: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_IB_IT_Infrastruktur_2015.pdf

Ich hoffe Ihnen soweit behilflich gewesen zu sein. Sollten Sie weitere Fragen haben setzen Sie sich gerne mit uns über die genannten Kanäle oder hier im Forum in Verbindung.