UCS als Mini-Mailserver/Groupware - Tipps?

german

#1

Moin zusammen,

ich mache aktuell mit Virtualbox meine ersten Schritte mit UCS. Ich suche immer wieder nach Lösungen, um für kleine Teams vernetztes Mailen und Groupwaremöglichkeiten zu schaffen.
Die typischen Funktionen sind: gemeinsame Mails bzw. einfache Mailfreigaben, gemeinsame/freigegebene Kontakte und Kalender. Dateifreigaben läuft dann über eine “Fertig”-NAS oder Samba.
Hierfür habe ich bisher entweder mit Zarafa und/oder TeamOutlook gearbeitet. TeamOutlook hat aber ein paar Probleme und Zarafa als Installation unter Ubuntu ist wenig komfortabel - zumal ich bisher auf den MAPI Outlook Client gesetzt habe, der ja nicht mehr all zu lange bestehen wird. Mehrheitlich geht es mir um Lösungen, wo ein externer SMTP Relay + Fetchmail eingesetzt wird; d.h. keine externe IP Adresse für den Mailserver. Meist ist Outlook der Mailclientt, teilweise kommen noch Mobilgeräte (Tablets, Handys) hinzu, die sich auch über einen dynamischen Host verbinden. Userzahl bewegt sich zwischen 3 und 10.
Jetzt die Frage: UCS bietet ja vom Grundprinzip her viel mehr Komfort. Das Usermanagement und die Installation/Aktualisierung von verschiedenen Apps sind für mich wohl die überzeugensten Schritte. Backup-Möglichkeiten habe ich mir bisher nicht angesehen. Allerdings würde ich ggf. dazu tendieren, bei Bedarf den UCS selbst zu virtualisieren (Proxmox).

Neben Zarafa bietet UCS ja noch Kolab (nur die Enterprise Edition?), Horde oder OX.
Was eignet sich wofür denn am besten? Bzw. welche Erfahrungen habt ihr womit gemacht und welche Hardware verwendet ihr als Unterbau?

Wäre für ein paar Tipps dankbar.


#2

Hallo helge,

gerade wegen der Administration bin ich auch auf UCS umgestiegen. Ich habe es aktuell mit Zarafa und Outlook bei einem Kunden installiert. Outlook aber auch nur, weil der Kunde es so wollte. Mit der mitgelieferten WebApp von Zarafa ist der größte Teil von Outlook auch möglich.

Mit Zarafa selber hast Du die Mail-Postfächer dann zentral mit Adressbuch und Kalender. Du musst Dir nur noch fetchmail einrichten. Bei mir ist der Zarafa-Server direkt im Internet als Mail-Server. Durch das APP-System kannst Du Dir auch “schnell mal” eine zusätzliche Funktion, wie z.B. ownCloud, installieren.

Virtualisierung auf Proxmox läuft auch super. Bei mir laufen vier der fünf UCS auf Proxmox. Wenn ein Windows-Member allerdings auch auf Proxmox läuft, musst Du die Netzwerk-Karten im Windows anpassen, da es einen KVM-Fehler gibt, weshalb bei VM’s auf dem selben Host keine DHCP-Adressen bekommen. Siehe Forum und Bugtracker.

Wenn Du es sowieso auf Proxmox betreibst, kannst Du ja die komplette VM sichern und wegschreiben.

Ich hoffe es hilft.

Viele Grüße
Ulf


#3

Danke für dein Feedback.
Du hälst also an Zarafa fest?
Da in meinem Fall Outlook als Mailclient bleiben soll, überlege ich eben, ob ich nicht doch einen MAPI fähigen Mailserver suchen soll. Wobei da bei UCS nur OX in Frage kommt, oder?


#4

Aktuell ja, weil es für mich persönlich das bekannteste Produkt bei der Einführung war. Die anderen muss ich erst durchtesten. Dazu kann ich keine Aussage machen.


#5

Ich habe zum Jahreswechsel auch einen Umstieg auf UCS gewagt.

Hatte in der Vergangenheit immer Zentyal empfohlen und auch aktiv installiert. Aber seit dem die Unternehmenspolitik sich so stark verändert hat, habe ich mit UCS eine sehr gute Alternative gefunden.

Als Mail setze ich Zarafa ein. Zum einen weil die “freie” Version für mich Privat ausreicht. Bei mehr Usern die unbedingt Outlook brauchen muss man dann zwar Lizenzen nachkaufen, aber die halten sich im Rahmen. Ich setze bei 2 Kunden von mir schon seit Jahren Zarafa ein und bin sehr zufrieden was Support und Stabilität betrifft. Ein wenig hakelig ist das Einrichten (Fetchmail von mehreren Postfächern und absender abhängige SMT-Server uä.) aber wenn das geschafft ist, dann läuft es zuverlässig.

Meine “private” Domäne sieht jetzt so aus:
UCS1 = DomainController
=> AD
=> Fileserver
=> Zarafa
=> KVM
===> Windows 2008 als PrintServer und ERP Anwendungsserver

UCS2 = BackupDomainController
=> ownCloud

NAS1 = DatenSicherungsziel

Wenn du noch Fragen hast, dann kannst du dich einfach melden


#6

Lieber Helge,

ich würde Ihnen auch Zarafa empfehlen.

Die Integration in UCS ist ziemlich gelungen und solange man nicht bei Zarafa um Support nachfragt und man mit 3 Outlooks als Clients auskommt, muss man nicht einmal etwas dafür bezahlen. Falls Sie auf gemeinsame Kalender und Kontakte verzichten können und ggfs. nur gemeinsame Mailordner brauchen, tut es auch der reine Univention-Mailstack mit Dovecot als IMAP-Server. Fetchmail ist auch leicht nachinstallierbar und über die UMC administrierbar.

NB: Der Zarafa-Connector für Outlook wird nicht eingestampft. Vielmehr wird Zarafa nur Microsoft nicht mehr hinterherprogrammieren, d.h. mit gewissen zukünftigen Outlook-Updates wird der Connector nicht mehr kompatibel sein. Erst einmal funktioniert aber alles wie gehabt. Hier ist ein bisschen was erklärt: zarafa.com/faq-about-zarafas-new-direction/

Gruß, V. Mayer